Kinderrechte-Schulnetzwerk im Primarbereich

 

Niedersächsisches Kinderrechte-Netzwerk: Anmeldung und Teilnahmebedingungen

Im Rahmen der 2019 gestarteten Initiative des niedersächsischen Kultusministeriums „Demokratisch gestalten“ wird im nächsten Schritt ab Herbst 2020 ein landesweites Netzwerk von Kinderrechte-Schulen entstehen. Den Auftakt der bis 2023 geplanten Pilotphase bildet eine Tagung des niedersächsischen Landesinstituts für schulische Qualitätsentwicklung (NLQ) am 21. und 22. September in Lehrte. Ab Herbst folgt die Anmeldephase, Anfang 2021 sollen die Schulen ihre Arbeit vor Ort aufnehmen, im Frühjahr die insgesamt fünf regionalen Gruppen erstmals tagen. Im Sommer 2023 ist eine umfangreiche Evaluationsveranstaltung geplant. Kooperationspartner in diesem Vorhaben ist die deutsche Sektion von UNICEF, dem Weltkinderhilfswerk der Vereinten Nationen.

Eingeladen sind Schulen, die Klassenstufen eins bis vier, beziehungsweise fünf und sechs unterrichten. Die Anmeldung für die Teilnahme im neuen Netzwerk soll bis zum 15. Dezember an folgende Adresse www.nibis.de gerichtet werden. Fragen zur Partizipation werden unter der NLQ-Adresse heinz-juergen.rickert@nlq.nibis.de beantwortet. Auf dem Portal finden sich auch Hinweise zu Materialen und Veranstaltungen.

UNICEF wird primär den innerschulischen Prozess begleiten, unter anderem mit den Kollegien einen Aktions- und Zeitplan für die Implementierung des Themas im Curriculum und Schulleben erstellen. Das NLQ ist für die Organisation und Durchführung der Regionaltagungen, Abschlussveranstaltung und Bepflegung der Homepage für die interne Kommunikation, Einstellung von Materialien sowie Best-Practise-Beispielen verantwortlich. Interessierte Schulen erfüllen folgende Voraussetzungen für die Teilnahme:

  1. Das höchste schulische Gremium legt ein Votum für die Partizipation ab, zuvor wird das Thema im Kollegium und der Schulleitung kommuniziert, möglichst auch Eltern einbezogen. Aus der Entscheidung erwächst eine Selbstverpflichtung für die weiteren Punkte.
  2. Kinderrechte werden im Verlauf der nächsten Schuljahre Teil des Leitbildes und sind ein wichtiger Aspekt der schulischen Qualitätsentwicklung.
  3. Die UN-Kinderrechtskonvention wird in das Curriculum aufgenommen.
  4. Das gesamte pädagogische Personal, inklusive Schulleitung, nimmt an einem obligatorischen Fortbildungstag zum Thema Kinderrechte teil. Dabei werden Einblicke in das Ziel des Programms vermittelt sowie Beispiele für die Einbindung in den Schulalltag.
  5. Darauf bauen vier modulare interne Schulungen auf, die primär digital durchgeführt werden, an der eine vorher festgelegte Gruppe des Kollegiums teilnimmt. Beteiligung, Vielfalt, Nicht-Diskriminierung, Diversitätssensibilität, Gewaltprävention und Kinderrechte global sind einige der in diesem Kontext erörterten Themenbereiche. Außerdem werden verschiedene Aktivitäten der Schule geplant und der generelle Handlungsrahmen besprochen.
  6. Mindestens eine Lehrkraft fungiert als Hauptansprechpartner für die Umsetzung des Programms, in größeren Schulen können es bis zu drei Personen sein.
  7. Die Schulen nehmen an den jeweils zwei jährlichen Regionaltagungen als Halbtagsveranstaltung teil. Diese können in Präsenz oder digital durchgeführt werden. Jede Schule sollte einmal im Verlauf der Pilotphase Gastgeberin einer (Präsenz-)Tagung sein.
  8. Die Schulen publizieren gelungenes Material und andere Best-Practise-Beispiele auf der gemeinsamen Homepage.
  9. Die Schulen regen Kooperationen mit außerschulischen Partnern im Rahmen lokaler Bildungslandschaften an und sind hierin aktiv.
  10. Die teilnehmenden Schulen zahlen je nach Größe aus dem eigenen Fortbildungsetat eine einmalige Teilnahmegebühr in Höhe von maximal 400,- Euro für die interne Unterstützung durch UNICEF.

Die am 21. und 22. September 2020 stattfindende Auftakttagung in Lehrte dient der Information, sie ist für die spätere Teilnahme am Kinderrechte-Netzwerk nicht verpflichtend.

Kinderrechte sind seit 1989 durch die Vereinten Nationen deklariert, 1992 ratifizierte Deutschland die Konvention. Die Rechte sind universell, unteilbar und unverhandelbar. In einer diversen, globalisierten Gesellschaft versteht sich die Implementierung von Kinderrechten im Schulalltag als Präventionsmaßnahme, die einen friedlichen Umgang miteinander gewährleistet, Respekt, gegenseitige Wertschätzung sowie umfangreiche, verlässliche Teilhabe ermöglicht und fördert, damit den demokratischen Ansatz stärkt und Beiträge für eine Bildung für nachhaltige Entwicklung leistet. UNICEF ist bereits seit einigen Jahren in Hessen und Nordrhein-Westfalen in den Aufbau eines schulischen Kinderrechte-Netzwerks als wichtiger Kooperationspartner involviert, Niedersachsen und Brandenburg folgen aktuell, bis 2030 soll in sämtlichen Bundesländern ein solches Netzwerk entstehen. Parallel dazu entstehen auch in anderen Ländern ähnliche Strukturen, damit wird in Zukunft auch eine globale Allianz mit entsprechenden Partizipationsoptionen konfiguriert.

Letzte Änderung: 25.11.2020

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